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Selbstbewusster Reiten

Stopp – nicht zu viel grübeln im Sattel!

Sich Gedanken zu machen, ist völlig legitim, gehört zum Leben dazu und hilft auch oft, eine Lösung für ein Problem zu finden – im Alltag oder auch wenn man im Sattel sitzt. Schwierig wird es, wenn aus dem Nachdenken eine dauerhafte Grübelei wird, wenn man sich an einer Situation „festbeißt“. Das führt zu schlechter Laune oder dazu, dass man sich nicht mehr richtig konzentrieren kann, seiner Intuition nicht mehr vertraut, den Fokus verliert und man an einem Problem „hängenbleibt“.

Die „Angst-Ecke“ in der Reithalle

Ein gutes Beispiel ist eine „Angst-Ecke“ in der Reithalle, in der das Pferd permanent scheut. Je mehr der Reiter sich auf dieses Problem versteift, umso größer wird es. Denn je mehr der Reiter versucht, das Pferd in diese Ecke zu treiben, umso ängstlicher, verspannter und widersetzlicher wird es werden. In punkto „zu viel Nachdenken“ lassen sich zwei Denkmuster ausmachen: grübelnde Menschen, die sich über Situationen in der Vergangenheit Gedanken machen, sie immer wieder aufs Neue analysieren. „Warum wollte mein Pferd nicht in die Ecke gehen? Will es mich ärgern? Was habe ich falsch gemacht?“ Und es gibt Grübler, die sich permanent um die Zukunft sorgen – um das, was passieren, und um Fehler, die auftreten könnten. „Heute scheut mein Pferd bestimmt wieder in der Ecke! Ich habe jetzt schon keine Lust mehr, weil ich weiß, dass wir wieder das Ecken-Problem haben werden. Wie soll ich die Dressuraufgabe üben, wenn mein Pferd nicht in die Ecke geht?“

Beide Denkmuster wirken wie eine Bremse. Sie verhindern, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert, dass man entspannt und fokussiert trainieren kann und dass man trotz oder gerade aufgrund von Fehlern weiterkommt. Fehler gehören zum Lernprozess, zum Training und zur Entwicklung dazu – niemand ist perfekt! Grübeln bringt einen nicht weiter, es kostet Zeit, Energie und Lebensfreude. Um solche kontraproduktiven Denkmuster zu verändern und das Gedankenkarussell zu stoppen, gibt es ein paar Möglichkeiten.

So vermeidest du es zu viel zu grübeln

Ins Grübeln zu kommen, passiert oft unbewusst und man merkt erst hinterher, dass man viel zu viel Zeit mit Nachdenken zugebracht hat. Deshalb sollte man sich in der Situation selbst bewusst machen, dass man gerade anfängt zu grübeln. Sich Gedanken zu machen, ist dann sinnvoll, wenn man dadurch auch etwas bewirken kann. Man sollte also nicht über das Problem nachdenken, sondern über eine Lösung oder darüber, wie man die problematische Situation das nächste Mal vermeiden oder „entschärfen“ kann.

Ist die Stimmung bereits angespannt, hilft Abstand – „eine Nacht darüber schlafen“ und die Situation sieht meist ganz anders und weniger negativ aus. Außerdem gibt es eine ganze Reihe Techniken aus dem Mental-Coaching, die man anwenden kann, um das Gedankenkarussell zu stoppen. Visualisierung und positiver „Selftalk“ sind zwei Beispiele, die viele erfolgreiche Sportler anwenden. Eine praktische Anleitung zum Thema „Visualisierung im Reitsport“ findest du HIER.

Mit positivem „Selftalk“ sind kurze, positive Bestätigungen gemeint. Statt in langen, negativen Sätzen denken viele erfolgreiche Sportler im Wettkampf in kurzen, positiven Bestätigungen. Lange Gedankengänge führen dazu, dass du den Fokus verlierst und nicht mehr im Hier und Jetzt bist. Du kannst diese Technik üben, indem du beim Reiten deine kurzen positiven Bestätigungen nicht nur denkst, sondern aussprichst. Dabei merkst du, wie viel Zeit verloren geht, wenn du viel mehr als „Ja“, „Gut“ oder „Macht nichts“ sagst. Auch Jessica coacht sich selber beim Reiten regelmäßig mit kurzen Bestätigungen und Selbstchecks. Schau‘ und höre ihr hier beim Training zu.

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